Antistressprogramm aufgleisen

Schaffen Sie die Voraussetzungen für ein gemeinsam abgestimmtes Vorgehen zum Abbau von Stress. Schnellschüsse und Alleingänge sind selten erfolgreich, denn Stressursachen sind vielfältig, oft miteinander verzahnt und reichen häufig über den eigenen Führungsbereich hinaus. Machen Sie sich ein Bild von der Situation in Ihrem Unternehmen und sorgen Sie dafür, dass alle an einem Strick ziehen.

Situation im Betrieb klären

Die Antworten auf folgende Fragen liefern Ihnen Informationen zur Ausgangssituation über Anknüpfungspunkte und allfällige Hürden für das weitere Vorgehen:

Ist Stress im Betrieb aktuell ein Thema?

  • im gesamten Betrieb?
  • in einzelnen Organisationseinheiten?

 

Wie ist die Einstellung von "oben" und von "unten" zu Stress?

  • Von wem ist Interesse und Unterstützung zu erwarten?
  • Von wem ist Widerstand zu erwarten?


Was läuft sonst aktuell im Betrieb?

  • Welche Strukturen und Prozesse könnten von einem Antistressprojekt tangiert werden (Binden von Ressourcen/Möglichkeit, Synergien zu nutzen)?


Welche Personen sind betroffen?

  • Wer befasst sich sonst noch damit?
  • Wer sollte sich damit befassen?
  • Wer müsste einbezogen werden?


Welche sonstigen Grundlagen gibt es bereits für ein Antistressprogramm?

  • Auswertungen von Mitarbeiterbefragungen
  • Kennzahlen bezüglich Absenzen, Fluktuation
  • Arbeitszeiterfassung (Überstunden, Ferienguthaben)


Welche Handlungsmöglichkeiten haben Sie?

Ihre Position und Funktion im Unternehmen und die Grösse des Betriebs bestimmen Ihre Handlungsmöglichkeiten:

  • Haben Sie eine Führungsfunktion?
  • Sind Sie im Bereich Personal oder Arbeitssicherheit tätig?
  • Müssen Sie das Commitment der Vorgesetzten oder Ihrer Kolleginnen und Kollegen gewinnen?
  • Müssen Sie die Mitarbeitenden überzeugen, mitzumachen?
     

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Committment von "oben" sichern

Wenn Sie nicht die oberste Leitung haben, ist es wichtig, sicherzustellen, dass die Entscheidungsträger im Unternehmen hinter den Zielen des Antistressprogramms stehen und willens sind, etwas zu verändern. Ohne diese Unterstützung sind Ihre Möglichkeiten begrenzt auf Ihren eigenen Führungsbereich.

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Projektteam zusammenstellen

In grösseren Betrieben ist es sinnvoll, eine Projektgruppe zusammenzustellen, die das Vorgehen plant und die Umsetzung begleitet. Achten Sie darauf, dass alle für den Erfolg des Projekts wichtigen und daran interessierten Personen von Beginn an mitwirken:

  • Führungskräfte
  • Sicherheitsfachpersonen
  • Fachpersonen für betriebliche Gesundheitsförderung
  • Personalverantwortliche
  • Mitarbeitervertreterinnen und –vertreter
  • Andere, Finanzen, Administration, Kommunikation


Vereinbaren Sie, wer welche Aufgaben und Rollen übernimmt und wer die Leitung des Projekts hat. Ziehen Sie bei Bedarf externe Fachpersonen bei.

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Interventionsbereich bestimmen

In grösseren Betrieben stellt sich die Frage, ob ein Antistressprogramm im gesamten Unternehmen durchgeführt wird oder vorerst in einzelnen Bereichen begonnen werden soll.

Das Bild, das Sie sich von der aktuellen Situation im Betrieb gemacht haben, kann beim Festlegen des Interventionsbereichs helfen.

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Vorgehen planen

Planen Sie den gesamten Zyklus von der Datenerhebung über das Erkunden der Stressquellen, die Art und Weise der Erarbeitung von Verbesserungsvorschlägen bis zur Umsetzung von Massnahmen. Stimmen Sie das gesamte Vorgehen mit allen betroffenen Personen und den Entscheidungsträgern ab. Dadurch vermeiden Sie, dass das Projekt abgebrochen wird oder im Sand verläuft.
Wichtige Punkte bei der Planung sind:

  • Realistische Ressourcenplanung: Achten Sie auf ausreichende zeitliche und finanzielle Ressourcen des Projektteams und der Mitarbeitenden.
  • Aufbau einer Kommunikationsstruktur, die sicherstellt, dass alle Beteiligten stets auf dem Laufenden gehalten werden.
  • Wahl eines geeigneten Zeitpunktes für das Projekt.
  • Klärung von Rahmenbedingungen für die Wahl und Umsetzung von Massnahmen: Wer hat welche Entscheidungsbefugnisse? Wer bringt welche Kompetenzen mit? Wie weit dürfen die Massnahmen gehen? 

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Mitarbeitende informieren

Oft haben Mitarbeitende Bedenken als wenig belastbar oder ungeeignet für eine Karriere angesehen zu werden, wenn sie sagen, sie seien gestresst. Für den Erfolg des Projekts ist es wichtig, dass Sie als Führungsperson das Vertrauen der Mitarbeitenden gewinnen und sich diese aktiv bei der Suche nach den Ursachen von Stress und Verbesserungsmöglichkeiten beteiligen. Wichtige vertrauensbildende Massnahmen sind:

  • rechtzeitige und offene Information der Mitarbeitenden über Ziele, Vereinbarungen, Abläufe und alle geplanten Schritte
  • Freiwilligkeit der Teilnahme an Befragungen und Kursen (Stressintervention)
  • Rückmeldung der Ergebnisse
  • Gewährleistung der Anonymität und des Datenschutzes
  • Einbezug der Mitarbeitenden bei der Diskussion über Stressquellen und Lösungsmöglichkeiten
  • Gegebenenfalls „neutrale" Personen beiziehen, die das Vertrauen der Mitarbeitenden geniessen!

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Widerstände und Erfolgsfaktoren

Sie wollen etwas gegen den Stress tun? Rechnen Sie damit, dass es Widerstände geben kann. Veränderungen verunsichern.

Damit das Antistressprogramm erfolgreich ist, sollten die typischen Stolpersteine und Widerstände einkalkuliert werden. Es gibt zwei Arten:

  • eigene, innere Widerstände
  • betriebliche, äussere Widerstände

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