Arbeitsaufgaben

Die Arbeitsaufgaben selbst können stressfördernde Merkmale aufweisen. Diese beschränken sich nicht auf "zu viel" oder "zu schwierig". Es lohnt sich für Unternehmen, hier genauer hinzuschauen.

Anforderungen

Die Anforderungen der Arbeitsaufgabe können je nach Gestaltung das Erleben von Stress wesentlich beeinflussen.

Überforderungen quantitativer Art

Die Arbeitsmenge ist permanent auch mit hohem Einsatz nicht zu bewältigen. Dauernder Zeit- oder Termindruck verhindert quantitativ und qualitativ optimale Leistungen. 

Überforderungen qualitativer Art

Die Arbeit übersteigt mindestens in wesentlichen Anteilen die Qualifikation der ausführenden Person.

Widersprüchliche Anforderungen

Zum Beispiel Minimierung des Aufwandes bei gleichzeitiger Maximierung der Qualität.

Einseitige Anforderungen

Die Aufgabe wird beschränkt auf

  • nur vorbereiten

  • nur ausführen

  • nur kontrollieren usw.

Fehlende Variabilität der Anforderungen

  • Stark repetitive, kurzzyklische (kleine, isolierte Arbeitsschritte) Tätigkeiten

  • Eintönige Arbeiten (Monotonie)

Zu grosse geistige Anforderungen

(hohe Konzentration und Aufmerksamkeit)

  • Zu viele Informationen, Signale, die gleichzeitig beachtet werden müssen

  • Informationen werden schlecht dargeboten

  • Informationen sind lückenhaft

Zu hohe emotionale Anforderungen

  • durch zeigen Müssen von Emotionen, die mit den eigenen Empfindungen nicht übereinstimmen (z.B. immer freundlich lächeln in Dienstleistungsberufen, Umgang mit schwierigen Kunden, Entgegennahme von Reklamationen, Mitteilen von Negativ-Botschaften, Fahrkarten-Kontrollen)

  • durch Konfrontation mit Leid (Sozialwesen, Pflege usw.)

  • durch Bedrohung und Gewalt

  • durch hohe Verantwortung für Personen oder Ergebnisse

Zu hohe körperliche Anforderungen

  • durch Fehlhaltungen

  • Sehr schwere körperliche Arbeit, mit hohem Kraftaufwand

  • durch hohe Anforderungen an die Wahrnehmung (Sehen, Hören, Fühlen, Genauigkeit)

Gefährliche Arbeit (Unfallgefahr)

Arbeiten, die hohe Konzentration verlangen, weil Fehler gravierende Folgen haben können, sind enorm belastend

Illegitime Aufgaben

Aufgaben, deren Ausführung nach Auffassung der Mitarbeitenden nicht von Ihnen erwartet werden kann, nennen wir illegitim. Zwei Formen können unterschieden werden:

  • Als unzumutbar werden Aufgaben bezeichnet, bei denen sich die Person fragt, ob nicht jemand anders diese Aufgabe erledigen soll, weil sie nicht zu ihrer eigentlichen Berufsrolle gehört. Zum Beispiel, eine Pflegefachfrau muss zu allen Pflanzen der Patienten schauen, obwohl dies die Angehörigen tun, oder, einem Patienten dauernd das Fenster öffnen und schliessen, obwohl der Patient selbst dazu in der Lage wäre.

  • Als unnötig werden Aufgaben bezeichnet, bei denen die Person sich fragt, ob diese überhaupt gemacht werden müssen (z.B. Sekretärin, die Kennzahlen zweimal eingeben muss, weil die Computersysteme inkompatibel sind).

  • Solche Aufgaben beinhalten unterschwellig eine Respektlosigkeit gegenüber der Person, womit das Selbstwertgefühl bedroht wird. Dies führt zu Stress.


Unterforderung

Die Anforderungen sind quantitativ oder qualitativ zu gering, erzeugen Langeweile und Trägheit, anstatt Herausforderung und Motivation.